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Neue Technologien: Trauen Sie sich!

Photo: MattLphotography via Shutterstock

Katja Warbende

Medizinprodukteberatung & Vertrieb

Neue Technologien für die Psyche. Welche das sind und was sie bringen, erklärt Katja Warbende im Interview.

Lange Zeit wurden psychische Krankheiten, wie Depressionen oder Angstzustände, oft nur durch Psychologen versucht aufzuklären und zu behandeln. Wie also kam es dazu, dass nun ein medizinisches Gerät Symptome solcher Krankheiten nebenwirkungsfrei behandeln kann?

Forschungen der elektrischen Stimulationen begannen bereits vor über 100 Jahren. Die craniale Elektrostimulation (CES) war schon damals bekannt, wurde allerdings aufgrund der Vielfalt psychopharmazeutischer Behandlungen aus den Augen verloren und erst in den 80er-Jahren in den USA weiter untersucht und publiziert. Während dieser Zeit erhielt die CES die Anerkennung durch die FDA (die Food and Drug Administration ist die Bundesbehörde des Ministeriums für Gesundheit und menschliche Dienste der USA) zur Anwendung bei Angst, Schlafstörungen und Depressionen. Das NeuroCesTM ist auf die elektrochemischen Funktionen des Gehirns abgestimmt und in Europa als Medizinprodukt zugelassen. Die Produktion der Botenstoffe im Gehirn wird angeregt und die Ursache der Symptome damit aufgehoben.

Was steckt hinter der cranialen Elektrostimulation?

Die CES ist eine zugelassene Behandlungsmethode gegen Angstzustände, Depression und Schlafstörungen, welche elektrischen Strom in einer definierten Frequenz und Wellenform sicher an die bestimmten Bereiche des Gehirns überträgt.

Wie reagieren Erkrankte auf solch eine grundsatzverändernde Neuerung, bei welcher Sie mit cranialer Elektrostimulation-Technik arbeiten?

Innerhalb der CES-Benutzer gibt es zwei Gruppen: Die erste Gruppe ist diejenige, die über CES und seine wissenschaftlichen Veröffentlichungen vor der Verwendung des CES-Gerätes recherchiert hat. Diese Gruppe erwartet bereits auf Grund der Berichte positive Ergebnisse aus der CES-Behandlung. Die andere Gruppe ist diejenige, die ohne detaillierte Informationen über die CES mit der Anwendung beginnt. Diese erreicht durch eine sehr unvoreingenommene Einstellung schnell positive Behandlungsergebnisse.

Grundvoraussetzung ist dabei eine regelmäßige, zum Teil längerfristige Anwendung, um dem Körper Zeit für die Regeneration zu geben.

Teilweise ist die Erwartungshaltung zu groß, sodass nach wenigen Anwendungen die Behandlung abgebrochen wird – einige Betroffene stellen erst dann fest, dass sich etwas positiv verändert hat.

Welche Erwartungen gibt es für die Zukunft? Werden solche Geräte, die auf CES basieren zu einer standardisierten Behandlung psychischer Probleme dazugehören?

Ja, der Trend ist deutlich zu erkennen. CES ist bereits eine Behandlungsmethode zur Behandlung von psychischen Störungen. Glücklicherweise werden wir in der EU mehr CES-Therapien in naher Zukunft sehen. Und es ist daher auch davon auszugehen, dass es in Ergänzung nicht nur für Depressionen, Angst und Schlaflosigkeit angewendet wird, sondern auch zum berufsbedingten Stressabbau, zur Prävention von Burnouts, im Leistungssport etc.

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