Jeder hat bekanntlich sein Päckchen zu tragen. Problematisch wird’s erst, wenn es so schwer ist, dass der Körper darunter leidet. Denn wer unter Stress steht, spannt ihn automatisch an. Dieses zu viel an Belastung nimmt einem dann oft zuerst der Nacken übel. Jede Kopfdrehung wird zur Qual. Womöglich zieht der Schmerz bis zur Schulter.

Bewusste Entspannung

Neben psychischer Anspannung, die sich in den Muskeln manifestiert, sind aber auch zu wenig Bewegung und einseitige Dauerhaltungen die häufigsten Ursachen. Damit der Nackenschmerz nicht chronisch wird, können Betroffene zuerst einmal selbst aktiv werden – nämlich durch bewusste Entspannung der Muskeln.

Eine Handvoll Tipps: Wärmeanwendungen durch Pflaster, Wärmflaschen, Rotlichtbestrahlung oder heiße Kräuterbäder verschaffen erste Linderung. Eine ergonomisch richtige Sitzhaltung plus Pausen hilft schon am Arbeitsplatz. Ist kein Masseur zur Stelle, löst eigener akupressierender Druck mit den Fingerkuppen die Blockaden.

Gezielter Sport

Auch Zähneknirscher in der Nacht sorgen mit einer Bissschiene für weniger Verkrampfung im Kiefer, die sonst auf den Nacken ausstrahlt. Natürlich hilft auch Sport, gezielt eingesetzt, zu vermeiden, dass schädigende gleichförmige Bewegung oder falsche Haltung die Muskeln im Nacken verhärten.

Eine optimale Matratze oder ein speziell geformtes Kissen sind Balsam für die Muskeln – schließlich verbringen wir einen Großteil unserer Zeit schlafend in der Waagerechten.

Morgens Mango, mittags Fango

Dauern die Beschwerden jedoch länger als drei Monate, sind sie chronisch. Und es ist professionelle Unterstützung mit einem umfassenden und multimodalen Therapiekonzept gefragt. Also raus aus dem Alltag, rein in die Kur.

Denn Heilbäder und Kurorte gelten nicht umsonst als Kompetenzzentren der medizinischen und therapeutischen Versorgung. Für die individuelle Betreuung kommt dann ein breites Repertoire an Methoden zum Einsatz, bei denen Spezialisten wie zum Beispiel Chiropraktiker, Physiotherapeuten und Osteopathen unterstützen.

Kurierende Kur

Meditative Bewegungstherapien, die die Seele wieder baumeln lassen, stehen ganz oben auf dem Programm: Für die Tiefenentspannung sorgen zum Beispiel Yoga, progressive Muskelentspannung oder Qi Gong. Mit Biofeedback werden danach Spannungszustand von Muskeln und Hauttemperatur gemessen.

Physikalische Anwendungen wie Elektrotherapie und Spezialmassagen können die Durchblutung und Stoffwechselprozesse im Gewebe fördern.

Heilende Bäder

Hilfreich sind außerdem durchblutungsfördernde Kräuterbäder, Heublumen- oder Fangopackungen, Gelenkakupunktur, Wirbelsäulen- und Wassergymnastik, Nordic Walking oder die ayurvedische Ganzheitsmedizin. Aber auch ein genauer Blick auf Röntgenaufnahmen, CT- oder MRT-Bilder kann besser Aufschluss geben.

Am Ende zählt dabei immer nur eines: Der Stress sitzt einem nicht mehr im Nacken.