Wenn im Herbst die Temperaturen fallen, es draußen feucht und ungemütlich ist und die Tiefdruckgebiete durchs Land ziehen, spüren viele Arthrosepatienten das unangenehm in ihren Gelenken, die jetzt oft deutlich mehr Schmerzen bereiten als im Sommer.

Oft ist auch der im Herbst und Winter verstärkte Bewegungsmangel eine Ursache für die Verschlimmerung der Beschwerden.

Wissenschaftlich ist ein Zusammenhang zwischen schlechtem Wetter und Gelenkschmerzen zwar umstritten – obwohl es Hinweise gibt, dass der Luftdruck eine Rolle spielen könnte –, für die Betroffenen ist er aber subjektiv sehr deutlich. Manche können sogar einen Wetterwechsel mithilfe des „schlimmen Knies“ voraussagen.

Gerade in der kalten Jahreszeit ist ein gutes Arthrosemanagement deshalb besonders wichtig. Dazu gehört es, sich warm und witterungsgerecht zu kleiden, damit sich beim Frösteln die Muskeln um die kranken Gelenke nicht verkrampfen.

Außerdem sollte man es sich nicht zu ausgiebig auf dem Sofa gemütlich machen, sondern weiterhin für ausreichend Bewegung sorgen. Denn oft ist auch der im Herbst und Winter verstärkte Bewegungsmangel eine Ursache für die Verschlimmerung der Beschwerden.

Wirksame Schmerzbekämpfung ist wichtig

Sind die Schmerzen zu stark oder behindern sie die körperliche Aktivität, sollten sie auf keinen Fall ertragen, sondern wirksam bekämpft werden. Dazu kann es sinnvoll sein, die Schmerzmitteldosis vorübergehend zu erhöhen. Dies sollte allerdings immer in Absprache mit dem Arzt erfolgen, dem darüber hinaus auch weitere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

So können Injektionen mit Hyaluronsäure in das erkrankte Gelenk eine langfristige Schmerzlinderung bewirken. Hyaluronsäure ist der Hauptbestandteil der natürlichen Gelenkflüssigkeit, die in einem gesunden Gelenk die Knorpel ernährt und vor Stößen und Abrieb schützt.

Da diese Funktion bei arthrotischen Gelenken oft eingeschränkt ist, kann die Zufuhr des „Schmiermittels“ von außen sie wieder verbessern.

Unterschiede bei der Hyaluronsäuretherapie

Bei der Hyaluronsäuretherapie gibt es allerdings Unterschiede zwischen verschiedenen Präparaten. „Der Hauptunterschied ist die Viskosität, also die Zähigkeit der Hyaluronsäure. Es gibt relativ flüssige Präparate und hochwertigere Produkte, die dann eher zäh wie Honig sind“, erklärt der Orthopäde und Chirurg Dr. Cornelius Förster vom Arthrozentrum Berlin.

Ob Injektionen, Schmerzmittel oder Bewegung, alle Therapieformen bei Arthrose helfen am besten, wenn die Krankheit noch nicht zu weit fortgeschritten ist.

Die höhere Viskosität hängt mit dem Molekulargewicht zusammen. Bei der zähflüssigen körpereigenen Hyaluronsäure beträgt dieses 5,8 bis 7,6 Millionen Dalton.

„Auf dem Markt werden Hyaluronsäuren angeboten, die ein Molekulargewicht von lediglich 0,5 bis 0,7 Millionen Dalton haben – bis hin zu einem hochmolekularen Präparat, dem Hylan G-F 20, welches ein Gewicht von circa sechs Millionen Dalton hat, was der Eigenschaft gesunder Gelenkflüssigkeit relativ nahekommt“, so Förster weiter.

Bei hochmolekularer Hyaluronsäure genüge im Gegensatz zu anderen Präparaten eine einmalige Injektion, dazu seien weitere positive Effekte wie die Abschirmung von Schmerzrezeptoren sowie die Anregung der Produktion von körpereigener Gelenkflüssigkeit nachgewiesen worden.

Bei Schmerzen frühzeitig zum Facharzt

Ob Injektionen, Schmerzmittel oder Bewegung, alle Therapieformen bei Arthrose helfen am besten, wenn die Krankheit noch nicht zu weit fortgeschritten ist. „Wir sehen Patienten lieber in einem früheren Stadium, da wir dann gemeinsam noch die Möglichkeit haben, positiv einzugreifen und entsprechende Maßnahmen zu veranlassen“, betont Förster.

Wer im kühlen Herbst unter Gelenkschmerzen leidet, sollte also zeitnah einen Facharzt aufsuchen. Denn entstandene Schäden an Knorpel und Knochen lassen sich nicht rückgängig machen.