Die Gehfähigkeit kann empfindlich beeinträchtigt werden, sodass barfüßiges Gehen gar nicht mehr oder nur unter deutlichen Schmerzen möglich wird.

In allen Fällen rate ich zu geeigneten Konfektionsschuhen. Kennzeichen geeigneter Schuhe sind die stabile Einlage und der steife Schuhboden. Neben Wanderschuhen sind es unter anderem auch stabile Joggingschuhe, die diese Kennzeichen tragen und die gleichzeitig den Vorteil eines weichen Oberleders und einer puffernden Sohle liefern. Orthopädische Maßschuhe sind nur in Ausnahmen erforderlich.

Die Einlagen stützen den Mittelfuß und die Ferse fest und werden nach Maß und passend zum jeweiligen Schuh vom Orthopädieschuhmacher hergestellt. Oft sind „Konfektionsschuhe für lose Einlagen“ erforderlich.

Beim steifen Schuhboden handelt es sich um eine stabile Zwischenschicht zwischen der Innensohle und der Laufsohle. Die Steife des Schuhbodens verhindert schmerzhafte Gelenkbewegungen beim Gehen, und die Zehen- und Fußgelenke ruhen beim Gehen stabil auf ihrer Unterlage.

 

Abb: Typische Zehendeformitäten bei der Rheumatoiden Arthritis (Copyright_W.Rüther)

In fortgeschrittenen Fällen kann eine Operation notwendig werden, um das Entzündungsgewebe zu entfernen oder bereits eingetretene Deformitäten zu korrigieren. Es ist nicht immer sinnvoll, mit operativen Maßnahmen zu warten, bis die Gehfähigkeit stark gelitten hat, im Gegenteil: Operationen können in früheren Stadien mit größerem Erfolg durchgeführt werden als in den Spätstadien. Zu Recht kann man von den Operationen dauerhaften Erfolg erwarten; es ist aber vorauszusetzen, dass lebenslang Schuhwerk mit den genannten Besonderheiten getragen wird.

Besondere Aufmerksamkeit verlangen die entzündlichen Veränderungen der Sehnenscheiden, denn sie entwickeln sich zunächst weitgehend schmerzfrei und vom Patienten unbemerkt. Die Entzündung der Sehnenscheide zerstört auf Dauer die Sehne oder macht sie funktionslos. Es können dann Deformierungen der Füße eintreten, von denen der rheumatische Plattfuß am häufigsten ist. Diesen gilt es durch frühzeitige Behandlung zu vermeiden: durch die entzündungshemmende Medikation, durch das richtige Schuhwerk und gegebenenfalls auch durch operative Maßnahmen.

Orthopäden und Unfallchirurgen empfehlen bei rheumatischen Erkrankungen am Fuß:

  • Die medikamentöse Basistherapie ist zur Behandlung bei entzündlich-rheumatischen Krankheiten eine Grundvoraussetzung.
  • Geeignete Schuhe tragen: Sie sind gekennzeichnet durch individuelle Einlagen und einen festen Schuhboden. Maßschuhe sind nur selten nötig.
  • Mittels Operation lassen sich Gelenkschmerzen lindern und Deformitäten korrigieren.
  • Auf Sehnenentzündungen ist besonders zu achten.
  • Der rheumatische Fuß gehört in die Behandlung des orthopädischen Rheumatologen.