Voraussetzung für wirkungsvolle Behandlungskonzepte, mit geringstmöglicher Belastung der kleinen Patienten, sind moderne 3-D-Analysegeräte, die Fehlstellungen von Beinen und Füßen bei Kindern auch unter Belastung darstellen können.

Die Eigenbeurteilung durch die Eltern, ob mit den Füßen der Kinder alles in Ordnung ist, hat ihre Grenzen. Hier sollte auf modernste Technik gesetzt werden: auf dreidimensional bildgebende Hightech-Analysegeräte. Mit dieser neuen Technik kann der Bewegungsapparat der jungen Patienten im Stehen, also unter Belastung, aufgenommen werden. Das zeigt ein realitätsnahes Belastungsbild von Knochen und Gelenken und damit auch eventuelle Fehlstellungen, die später im Erwachsenenalter oft Auslöser von Erkrankungen sind.

Was ist normal?

Die richtige Endposition haben Beine und Füße normalerweise bei Mädchen ab dem 14. und bei Jungen ab dem 16. Lebensjahr erreicht. Bei durchgedrückten Knien und aneinanderliegenden Innenknöcheln sollte dann zwischen den beiden Kniegelenken ein zwei Finger breiter Abstand bestehen. Sind Kniescheiben und Kniegelenke auch nach vorne gerichtet, zeigen im optimalen Fall die Füße im Zehn- bis 15-Grad-Winkel nach außen.

20 Prozent der älteren Kinder leiden unter X- oder O-Beinen

Stimmt der Winkel nicht, sind beispielsweise die Füße zu stark nach innen gedreht, sprechen Ärzte vom Innenrotationsfehler – was Betroffene langfristig am optimalen Laufen hindert. Bei zu stark nach außen gedrehten Füßen, dem Außenrotationsfehler, drohen schmerzhafte Veränderungen in den Kniegelenken. Lebenslange Beschwerden wären die Folge, wenn hier nicht operativ korrigiert wird. Gleiches gilt, wenn ältere Jugendliche weiterhin ausgeprägte X- oder O-Beine aufweisen. Laut Statistik zeigt sich bei 20 Prozent der Kinder über zehn Jahre dieses Problem. Die Praxis und die Belastungsanalysen unter Einsatz der 3-D-Technik zeigen aber auch, dass bei Kindern nur in etwa zehn Prozent der Fälle Fehlentwicklungen bei der Beinachsenveränderung mit Operationen korrigiert werden müssen, um lebenslange Beschwerden und Folgeschäden zu vermeiden. O-Beine beispielsweise können durch operativ eingesetzte Klammern in Unter- und Oberschenkelknochen wirkungsvoll korrigiert werden. Auch dabei erweist sich die dreidimensional darstellende Technik für beste Operationsergebnisse als außerordentlich hilfreich.

Chirurgischen Eingriff wenn möglich vermeiden

Grundsätzlich sollten Mediziner versuchen, einen chirurgischen Eingriff wann immer vertretbar zu vermeiden. Allerdings bringen rein konservative Maßnahmen, etwa die immer wieder praktizierte Erhöhung der Schuhränder oder der Einsatz knieübergreifend korrigierender Beinschienen, keine messbare Korrekturwirkung. Sie belasten die Kinder im Alltag aber über lange Zeit erheblich. Der chirurgische Eingriff ist in diesem Fall dann meist die bessere Alternative.