Die Hauterscheinungen, die häufig auch noch jucken, sind dabei nur eines der belastenden Probleme“, sagt Joachim Koza. Er ist Vorsitzender des Deutschen Psoriasis Bundes e. V. (DPB), Hamburg. Das ist der Selbsthilfeverband, der sich für die Belange der Menschen mit Schuppenflechte einsetzt. „Wer an Schuppenflechte erkrankt ist, neigt häufig dazu, sich in seinen vier Wänden zu verkriechen, weil er das Gefühl hat, in der Öffentlichkeit durch sein Aussehen stigmatisiert zu werden“, weiß Koza, bei dem die Schuppenflechte im Alter von 15 Jahren zum ersten Mal auftauchte.

Deshalb ist ein Ziel des DPB die Aufklärung. „Die Schuppenflechte ist nicht ansteckend. Das ist schon mal die wichtigste Information“, so der 70-Jährige. Die Veranlagung wird vererbt. Damit sie ausgelöst wird, muss aber meist noch mindestens ein weiterer Faktor hinzukommen: eine Verletzung oder eine Infektion, Stress, Alkohol, Nikotin, Medikamente oder auch hormonelle Veränderungen.

Wenn eine Schuppenflechte ausbricht, wandern die Zellen der obersten Hautschicht (Epidermis) siebenmal schneller an die Hautoberfläche als bei Gesunden. Ihr fehlt deswegen die Zeit zu verhornen. Aber noch etwas anderes passiert in der Haut: Es laufen Reaktionen des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystems) gegen körpereigene Strukturen ab. Und das löst Entzündungsprozesse aus. Deshalb zählt die Schuppenflechte zu den entzündlichen Autoimmunerkrankungen.
„Die lassen sich leider nicht heilen, sie sind chronisch“, weiß Koza aus eigener Erfahrung. Doch kann er inzwischen sehr gut mit seiner Schuppenflechte leben, denn es gibt vielfältige Behandlungsoptionen. Bei schwächeren und mittelschweren Verläufen reichen häufig äußerliche (topische) Therapien mit Salben und Cremes aus. Für eine hartnäckige mittelschwere bis schwere Schuppenflechte stehen innerliche (systemische) Medikamente zur Verfügung. Auch Lichttherapien gehören zum Behandlungsspektrum.

„Jede Schuppenflechte ist anders“, sagt der DPB-Vorsitzende. Die mit Abstand häufigste Form ist die oben beschriebene Psoriasis vulgaris. Aber es gibt auch noch weitere. Da ist beispielsweise die Psoriasis guttata. Das sind punktförmige, streichholzkopfgroße Herde, die vorwiegend am Rumpf verteilt auftreten. Eine andere Form, die Psoriasis pustulosa, entwickelt Eiterbläschen. „Der Laie kann die vielen unterschiedlichen Formen nur schwer als Schuppenflechte erkennen“, ist Kozas Erfahrung. Er rät deshalb dazu, bei allen merkwürdig erscheinenden Hautveränderungen den Hausarzt oder Dermatologen zu fragen.

Eine Psoriasis richtig zu diagnostizieren und zu behandeln, ist schon deshalb wichtig, weil ihr Auftreten das Risiko erhöht, zusätzlich andere Erkrankungen zu entwickeln. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Angststörungen, Depression, entzündliche Gelenk- und Darmerkrankungen. „Das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen“, weiß Koza, bei dem zusätzlich eine sogenannte Psoriasis-Arthritis diagnostiziert wurde. Das sind Entzündungen der Gelenke. Die können sowohl vom Dermatologen als auch vom Rheumatologen behandelt werden. „Es ist wichtig, dass Dermatologen und Rheumatologen hier eng zusammenarbeiten“, erklärt Koza, der inzwischen zum Experten seiner Erkrankung geworden ist. Und er beobachtet eine positive Entwicklung: Immer mehr Ärzte verschiedener Fachrichtungen kooperieren über regionale Netzwerke miteinander, um Menschen mit Psoriasis optimal zu behandeln.