So auch bei Stefan Wüllner, der dank einer Schiene für den Kiefer nun wieder einen ruhigen und erholsamen Schlaf genießen kann.

Herr Wüllner, Sie sprechen aus, was viele gern verschweigen: Sie schnarchen. Welche Auswirkungen hat das bei Ihnen gehabt?

Ich kann es nicht leugnen, das Schnarchen: Meine Frau sagt, ich säge nachts ganze Forstbestände ab. Und so verwundert es nicht, dass getrennte Schlafzimmer bei uns zu Hause Programm sind.

Wo haben Sie sich Hilfe gesucht?

In der Hoffnung darauf, dass wir wieder gemeinsam einschlafen können, machte ich vor Kurzem den ersten Schritt und fragte meinen Hausarzt um Rat. Er empfahl mir, abklären zu lassen, ob ein Schlafapnoesyndrom mit Atemaussetzern vorliegt und wie schwer es ausgeprägt ist.

Nach drei Nächten wertete der Arzt meine Ergebnisse aus und stellte bei mir eine mittelschwere Apnoe mit zwölf Aussetzern pro Stunde fest.

Konkreter wurde es beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Er stellte mir zwei Möglichkeiten der Diagnose vor, entweder im Schlaflabor oder als Homescreening in den eigenen vier Wänden. Ich entschied mich für das Screening zu Hause – dort schläft man schließlich doch am besten.

Ich bekam also die entsprechende Ausstattung verpasst: ein Homescreeninggerät, bestehend aus einem Brustgurt mit angeschlossenem Kunststoffschlauch mit zwei weichen Enden, die bis in die Nasenlöcher ragen. Es misst den Puls, den Blutsauerstoff und überwacht die Atmung. Nach drei Nächten wertete der Arzt meine Ergebnisse aus und stellte bei mir eine mittelschwere Apnoe mit zwölf Aussetzern pro Stunde fest.

Bei der Behandlung mit einer TAP®-Schiene (Abb.) hält diese den Unterkiefer vorne und verhindert das Zurückfallen der Zunge, so dass die Atemwege geöffnet bleiben.

Wie ging es nach dieser ja doch nicht ganz unproblematischen Diagnose weiter?

Wieder in seiner Praxis, zog mein Arzt einen Apparat mit zwei zierlichen Schienen aus der Schublade. Er erklärte mir die Systematik ganz genau: Die beiden Schienen verbinden den Unterkiefer mit dem Oberkiefer. Anhand einer Stellschraube lässt sich der Unterkiefer nach vorne ziehen und in der Position fixieren.

Was soll ich sagen, nach einigen Nächten und ein wenig Nachjustieren der Unterkieferlage merkte ich deutlich eine Veränderung.

So wird verhindert, dass durch die Muskelentspannung im Schlaf der Unterkiefer und die Zunge zurückfallen, sich dadurch der Durchgang für die Luft beziehungsweise Atmung verengt und somit das nächtliche Sägen beginnt. Ich erinnere mich noch, wie erstaunt ich war, dass sich mit so einem unscheinbaren Apparat mein Problem anscheinend ganz gut in den Griff bekommen lässt.

Ich nahm das Gerät für ein paar Nächte mit nach Hause, um auszuprobieren, ob es mir hilft und ob ich mit der festgesetzten Unterkieferposition zurechtkomme. Bevor ich es anwenden konnte, war eine Anpassung der Kunststoffschienen an meinen Kiefer nötig – das übernahm mein Zahnarzt. Dann ging es los.

Konnte Ihnen mit der Schiene geholfen werden? Haben Sie das Schnarchen und die damit verbundene Schlafapnoe in den Griff bekommen?

Was soll ich sagen, nach einigen Nächten und ein wenig Nachjustieren der Unterkieferlage merkte ich deutlich eine Veränderung. Ich starte wesentlich fitter und ausgeruhter in den Tag. Nach dem positiven Ergebnis werde ich mir von meinem Arzt nun noch eine individuell angefertigte Schiene anpassen lassen. Die zunächst eingesetzte Schiene diente nur als Testgerät.

Jetzt schlafe ich nicht mehr im Gästezimmer. Ich freue mich schon auf den Sommerurlaub. Neben der Freude an einem gemeinsamen Hotelzimmer werden wir in Zukunft viel Geld sparen.