Sie ist die größte Drüse im menschlichen Körper und zentrales Organ für seinen gesamten Stoffwechsel - die Leber. Sie verwertet Bestandteile der Nahrung, stellt wichtige Eiweiße her und produziert bis zu einem Liter Gallenflüssigkeit pro Tag. Die Funktionen dieser wichtigen Entgiftungszentrale des Körpers sind essentiell und ohne sie kann der Mensch nicht leben.

Bösartiger Tumor

Wie andere Organe wird aber auch sie von Krebs bedroht. Das Leberzellenkarzinom gilt nach Expertenschätzung weltweit als der fünfhäufigste bösartige Tumor, an dem jährlich rund 600.000 Menschen erkranken, durchschnittlich Männer im Alter von 70 Jahren und Frauen im Alter von 74 Jahren.

Hat der Krebs seinen Ursprung in den Zellen der Leber spricht man vom „primären“ Leberkrebs. Möglich ist aber auch, dass sich Metastasen von bösartigen Tumoren anderer Organe über die Blutbahn in der Leber ansiedeln, zum Beispiel aus Darm, Magen oder Brust.

Eine Ursache für Leberkrebs ist eine bereits bestehende Leberzirrhose, die so genannte Schrumpfleber. Bei diesen Patienten trat vorher eine langjährige Schädigung oder Entzündung der Leber auf. Sie resultiert in der Regel durch chronischen Alkoholmissbrauch und chronische Virusinfektionen, zum Beispiel mit Hepatitis-C oder B-Viren. Eine Rolle spielen aber auch Fettleibigkeit sowie Zuckerkrankheit. Beides sind häufig klassische Wohlstandskrankheiten, kombiniert mit einem Mangel an Bewegung.

Beschwerdelos zu Beginn

Ein Risiko können aber auch Medikamente darstellen, zum Beispiel die Einnahme von Sexualhormonen zur Verhütung oder Geschlechtshormonen zum Muskelaufbau mit Anabolika. Gefährdet sind aber auch Beschäftigte wie Ärzte oder Pflegepersonal, die im medizinischen Bereich mit Blut und anderen Ausscheidungen von Patienten in Kontakt kommen. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Personen, die häufiger mit chemischen Substanzen wie Pflanzenschutz- oder Lösungsmitteln in Berührung kommen. In Ländern Asiens oder Afrikas kann der Schimmelpilz häufig die Ursache sein.

Ein besonderes Problem dieser Erkrankung: Sie verursacht zu Beginn nur selten Beschwerden. Und in einem fortgeschrittenen Stadium der Krankheit ist eine vollständige Heilung oft nicht mehr möglich.

Mögliche Symptome sind eine tastbare Schwellung unter dem rechten Rippenbogen, ungewollte Gewichtsabnahme, Druckschmerzen im Oberbauch, zunehmende Gelbfärbung der Haut oder Juckreiz. Allerdings können all diese Beschwerden natürlich auch eine harmlosere Ursache haben. Zu empfehlen ist auf jeden Fall ein Besuch beim Arzt, der eine genaue und vor allem rechtzeitige Diagnose vornimmt.

Umfassende Analyse

Neben einer Blutanalyse tastet der Arzt den Körper des Patienten genau ab. Eine durch den Krebs vergrößerte Leber lässt sich so erfühlen. Klopft er den Bauch ab, stellt er fest, ob sich Wasser im Bauchraum befindet. Dieses Phänomen tritt häufig bei schweren Lebererkrankungen auf.

Darüber hinaus ist die schmerzfreie Ultraschalluntersuchung die gängige Methode, um Lebertumore aufzudecken. Bei einem begründeten Verdacht kommen dann die Computertomographie und manchmal zusätzlich die Magnetresonanztomographie zum Einsatz. Mit ihnen lässt sich die Ausdehnung des Tumors analysieren. Mit Röntgenaufnahmen des Brustkorbs kann der Arzt außerdem Tochtergeschwüre ausschließen. Endgültige Sicherheit liefert eine Gewebeprobe.