Dank besserer Therapieverfahren ist das Sterberisiko zwar  gesunken – im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen ist es aber immer noch sehr hoch. Denn bisher gibt es keine Früherkennungsmethode, um den Tumor schon im Anfangsstadium zu entdecken. 

„Patientinnen selbst bemerken den Eierstockkrebs meist erst sehr spät und das Ovarialkarzinom entsteht, weil in den Eierstöcken Zellen entarten und sich daraufhin unkontrolliert teilen“, sagt Professor Jacobus Pfisterer, gynäkologischer Onkologe und Leiter des Zentrums für gynäkologische Onkologie in Kiel.

Familiäre Veranlagung 

Eine bestimmte Ursache für den Eierstocktumor gibt es nicht. „Bei der großen Mehrheit der Fälle kennt man den Auslöser nicht. Etwa fünf Prozent der Ovarialkarzinome sind genetisch bedingt“, so Prof. Pfisterer. 

Diagnose: Sicherheit gibt nur eine Operation

„Leider gibt es keine Früherkennungs- oder Screening-Möglichkeiten, wie das beispielsweise bei Brustkrebs der Fall ist“, erklärt Professor Pfisterer. Besteht der Verdacht auf Eierstockkrebs, folgt zunächst die gynäkologische Standard-Untersuchung. „Findet der Arzt dabei einen verdächtigen Tumor, folgt in jedem Fall eine Operation. Nur so lassen sich der Tumortyp und das Krebsstadium eindeutig feststellen.“ 

Operation und Chemotherapie

„Wenn ein Eierstockkrebs diagnostiziert worden ist, besteht die Therapie aus zwei Säulen, die man unbedingt miteinander kombinieren muss: Operation und Chemotherapie“, sagt Professor Pfisterer. Von einem frühen Ovarialkarzinom sprechen Ärzte, wenn ein oder beide Eierstöcke betroffen sind und der Krebs sich maximal auf Eileiter und Gebärmutter ausgebreitet hat.

Diese Situation liegt bei etwa 25 Prozent der Patientinnen vor. Nach der Operation, bei der das Tumorgewebe komplett entfernt wird, folgt meist eine medikamentöse Behandlung in Form einer Chemotherapie. 75 Prozent der Patientinnen haben fortgeschrittenen Eierstockkrebs, der bereits weitere Organe und Gewebe befallen hat.

Je nach Stadium sind das die benachbarten Beckenorgane wie Blase und Darm, Lymphknoten und vor allem das Bauchfell. Mit einer radikalen Operation versuchen die Ärzte, möglichst alle Krebszellen aus dem Bauchraum zu entfernen. Anschließend erhält die Patientin eine Chemotherapie.