Obwohl der Schwerpunkt medizinischer Maßnahmen (nachvollziehbar!) auf der ursächlichen Behandlung der jeweiligen Grunderkrankung liegt, sollten symptomatische Verfahren zur begleitenden Schmerzlinderung frühzeitig integraler Bestandteil ganzheitlicher Behandlungsansätze sein und nicht erst in der Lebensendphase.

Mechanismen-orientierte Individualisierung der Therapie statt standardisiertem WHO-Stufenschema

Klinisch phänomenologische und neurophysiologische Befunde erlauben heute eine frühzeitige Identifikation schmerzauslösender Prozesse und eine gezielte Anpassung spezifischer Behandlungsmaßnahmen an die individuellen Besonderheiten des jeweiligen Einzelfalles. Im Ergebnis resultiert für viele Betroffene daraus ein selbstbestimmtes und weitgehend schmerzarmes, nicht selten sogar schmerzfreies Leben.

Regelmäßige Evaluation wichtig!

Entscheidend ist die regelmäßige Evaluation der zugrundeliegenden Schmerzen und ggf. auch der jeweiligen Therapien, um sowohl Behandlungsbedarf als auch Behandlungsintensität bzgl. des jeweils aktuell angestrebten Behandlungszieles kontinuierlich anpassen zu können.

Leitlinienbasierter Online-Fragebogen hilft Betroffenen Defizite zu erkennen

Hierbei hilft der über das Online-Portal „praxisumfrage-tumorschmerz.de“ barrierefrei (und kostenlos) aufrufbare Patientenfragebogen von DGS und DSL. Er beruht auf den DGS-PraxisLeitlinien Tumorschmerz und Tumorbedingte Durchbruchschmerzen sowie dem PraxisFragebogen zu tumorbedingten Durchbruchschmerzen und ermöglicht betroffenen Krebspatienten und ihren Angehörigen, die individuellen Besonderheiten tumorbedingter Dauer- und Durchbruchschmerzen bzgl. notwendiger Änderungen des schmerztherapeutischen Vorgehens zu hinterfragen.

Zwischen Anfang März und Ende Mai 2017 haben bereits über 4.000 Tumorpatienten mit zum Teil erheblichem Behandlungsbedarf teilgenommen und damit den ersten Schritt hin zu einer Verbesserung ihrer schmerzmedizinischen Versorgung gemacht.

 

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