Dabei kann das Zusammentreffen beider Erkrankungen ernste Folgen für die Betroffenen haben. So zeigen neue Studien, dass die Hälfte aller herzschwachen Patienten, die zugleich an Diabetes leiden, innerhalb von drei Jahren versterben.

Diabetes-patienten mit eingeschränkter Pumpfunktion der linken Herzkammer tragen das höchste Risiko, gefolgt von Diabetespatienten mit Herzschwäche und noch erhaltener Pumpfunktion der linken Herzkammer. Generell ist die Gefahr, als Diabetespatient eine Herzinsuffizienz zu entwickeln, doppelt so groß wie bei Menschen ohne Diabetes.

Herzschwäche richtig diagnostizieren

Umso wichtiger ist es, eine Herzschwäche früh zu erkennen. Für die eingeschränkte linksventrikuläre Funktion gibt es klare diagnostische Vorgehensweisen. Dazu zählen neben der Erhebung der Symptome und einer körperlichen Untersuchung die Bestimmung blutdrucksenkender Herzhormone („natriuretische Peptide“), das Elektrokardiogramm (EKG) und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens.

Größenveränderungen von Herzkammer oder Vorhof zählen zu den typischen Anzeichen.

Hinzu kommen weitere bildgebende Verfahren, etwa eine Koronarangiografie mit Rechtsherzkatheteruntersuchung. Unter Umständen schafft erst die Entnahme einer Gewebeprobe aus dem Herzmuskel Klarheit.

Schwieriger gestaltet sich die Diagnose der Herzschwäche, wenn die Pumpfunktion der linken Herzkammer noch gut erhalten ist. In diesem Fall nutzen Spezialisten ebenfalls die genannten Untersuchungen, wobei die Grenzwerte anders interpretiert werden müssen. Symptome wie nächtlicher Husten, Appetitlosigkeit oder die Wahrnehmung eines unregelmäßigen Herzschlags geben weitere Hinweise. Schließlich zählen Größenveränderungen von Herzkammer oder Vorhof zu den typischen Anzeichen; auch hier werden Laboruntersuchungen für die Diagnose durchgeführt.

Medikamente gegen Herzinsuffizienz

Was gibt es nun bei der Therapie der Herzschwäche zu beachten, wenn ein Patient gleichzeitig unter Diabetes leidet? Gibt es Unterschiede? Im Prinzip nicht, weil die Wirkung des Diabetes auf die Herzinsuffizienz bisher wenig erforscht ist. So wird bei eingeschränkter Pumpfunktion der linken Herzkammer die Einnahme von ACE-Hemmern und Betablockern empfohlen.

Glitazone sollte bei Herzinsuffizienz nicht eingenommen werden.

Zusätzlich können Mineralokortikoid-Rezeptor-Antagonisten verordnet werden. Weitere medikamentöse Optionen sind ARNI oder Ivabradin. Die Implantation eines speziellen Schrittmachers kann bei Herzschwäche vor bösartigen Rhythmusstörungen schützen und/oder die Herzfunktion stabilisieren.

Ist die Pumpfunktion der linken Herzkammer noch erhalten, konzentriert sich die Therapie auf die Behandlung von Begleit-erkrankungen wie Bluthochdruck, chronische Nieren- oder chronische Lungenerkrankung COPD. Für alle Patienten, ob mit eingeschränkter oder erhaltener Pumpfunktion, gilt: Wer unter Blutstauung oder Wasseransammlungen leidet, sollte Diuretika erhalten.

Besonderheiten bei der Diabetestherapie

Etwas besser ist die Erkenntnislage zur Frage, wie die Diabetestherapie aussehen sollte, wenn auch eine Herzschwäche vorliegt. Metformin ist ein sicheres Präparat, wie wir heute wissen! Ob eine Kombination aus Metformin und Sulfonylharnstoffen möglicherweise negative Auswirkungen hat, ist noch nicht erforscht. Klar ist aber, dass Glitazone bei Herzinsuffizienz nicht eingenommen werden sollten.

Bei DPP-4-Inhibitoren wie Saxagliptin und Sitagliptin gibt es offenbar Unterschiede zwischen den Substanzen: Sitagliptin scheint sicher zu sein, wohingegen für Saxagliptin eher Zurückhaltung angebracht ist. Anders verhält es sich mit Empagliflozin, einem SGLT2-Hemmer – dieses Diabetesmedikament wirkt sich sogar positiv auf die Herzgesundheit aus. Wer mit Tabletten nicht mehr zurechtkommt, darf ruhigen Gewissens auf Insulin umsteigen, wie Daten belegen. Das Gleiche gilt für GLP-1-Analoga, die ebenfalls unter die Haut gespritzt werden.

Bleibt festzuhalten: Wie die Kombination von Herzschwäche und Diabetes optimal behandelt wird, ist ein noch weitgehend ungeschriebenes Kapitel, das dringend weiterer Studien bedarf.