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    Positivity killed the cancer scar

    Foto: Chad Robertson Media via Shutterstock.com

    Krebs – heftiges Thema, nicht? Wird gerne unter den Teppich gekehrt. Das macht man so mit Tabus. Und mit schwierigen Themen. Und negativen Gefühlen. Mit Angst.

    Auch wenn du selbst nicht davon betroffen bist, irgendwo in der Nachbarschaft schleicht sich das Thema Krebs meistens ein. Und wir von InfluCancer wollen ihn beim Schleichen entlarven, ihn ins Rampenlicht stellen und ihn mit einer deftigen Waschladung Positivität ein bisschen schrumpfen lassen. Also, liebe Freundinnen, lasst uns gemeinsam dem Tabu liebevoll in den Allerwertesten treten!

    Alleine? Mitnichten

    Bei einer von drei Frauen wird im Laufe ihres Lebens Krebs diagnostiziert. Ja, das klingt nach viel, bei Männern ist es sogar jeder Zweite. Die Überlebenschancen sind je nach Zeitpunkt der Erkennung, Alter, allgemeinem Gesundheitszustand und Art des Krebses unterschiedlich, aber relativ hoch. Weiß man oft nicht. Alle denken immer gleich ans Sterben, aber zwei Drittel aller Frauen machen den Krebs schlussendlich zur Schnecke. Dementsprechend gibt es viele unglaublich starke Menschinnen, die ihre Erfahrungen und Bewältigungsstrategien mit der Welt teilen. Das bedeutet: We are in this together! Sollte die Maladie dir einflüstern, dass du allein bist – wir sagen dir hier und jetzt: Nö, nö, nö! Hier draußen gibt es Abertausende Überlebende, die genau wissen, wie es dir geht. 

    Zurück zum Ernst der Situation: Ohnmacht und Hilflosigkeit sind Gefühle, die zu Beginn vor allem übergroß sind. Und eine andauernde Überforderung, weil zu viel Info, zu viel Realität, zu viel Teil der Statistik. Der Blick in den Spiegel, wenn die Chemotherapie anschlägt und du merkst, dass die Haare ausfallen. Deine Gedanken werden sicherlich nicht besonders positiv sein, aber dafür ist Epilieren jetzt vorerst vom Tisch. Komplett nackisch. Wo Schatten, da auch Licht. Okay, eine kleine Funzel. Aber immerhin: Licht. 

    Willkommen im Leben 2.0 

    Die InfluCancer Gang. Foto: Kurvenkratzer GmbH

    Krebs ist vieles, aber nicht nur das Ende der Welt. Er krempelt dein Leben dermaßen um, dass du die Chance bekommst, ein neues zu beginnen – ein Leben 2.0 sozusagen. Verlangt wird viel. Mündigkeit gehört dazu. Die Statistik weiß, mündige Patient*innen leben länger. Fakt. Verantwortung für den eigenen Körper übernehmen. Therapieentscheidungen verstehen, umsetzen, durchhalten. Nebenwirkungsmanagement betreiben. Dieser blöde Vertrauensverlust in den Körper. Der Angriff auf die Weiblichkeit. Langzeitfolgen. Kein Mensch redet davon, wenn die Therapie vorbei ist. Keiner versteht’s, weil jetzt ist doch alles wieder gut! Das neue Leben hat viel zu wenig mit dem alten zu tun. Selbsthilfegruppen und Patient*innenorganisationen sind für diesen Realitätscheck Gold wert. Kein kollektives Jammern, sondern tiefes Verständnis, Begegnungen à la Wir-sitzen-im-gleichen-wackelnden-Boot. Das geht physisch, das geht digital. Aber wo ist das jetzt mit dem Glück, dieser positive Anteil?

    „Du musst jetzt positiv bleiben“ gehört zu den vergifteten Sätzen, die keiner braucht. ABER: Auch wenn der Weg megasteinig ist, so kommt im Leben 2.0 auch Positives daher. Man lernt Nein zu sagen. Nein zu Energieräuber*innen und toxischen Verbindungen. Somit werden Beziehungen zwar weniger, dafür verbindlicher und tiefer. Das Hier und Jetzt bekommt sehr viel Bedeutung, denn Zeit ist plötzlich endlich und somit unendlich kostbar. Es wird einfacher, auch mal im Jetzt zu sein. Manche von uns hätten das sonst nie gelernt.

    Und Authentizität. Das ist wie Wellnessurlaub. Nur für immer. Eine Krebserkrankung bietet den Mut, sich auch mal für sich selbst zu entscheiden. Für die eigenen Bedürfnisse. Das eigene Glück. Das ist nicht egoistisch. Das ist gesund.  

    Narben werden verblassen, Haare zurückwachsen, aber der Hunger nach Leben und die Wertschätzung dem Leben gegenüber werden bleiben. Und das ist gut so.


    Mehr Krebsweisheiten finden sich auf

    Alles Liebe, deine InfluCancer-Gang

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