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Süßstoff – Süße ohne Reue

Denn übertriebene Maßnahmen, Verbote und extreme Einschränkungen bringen nur selten den gewünschten und vor allem dauerhaften Erfolg. Um die Lebensqualität des Diabetikers zu verbessern, ist eine langfristige Ernährungsumstellung, ausreichende Bewegung und Verhaltensmodifikation, zu der auch Stressreduktion gehört unabdingbar. Ein wesentlicher Faktor zur langfristigen Ernährungsumstellung ist das Beibehalten der Schmackhaftigkeit der Speisen – der Genusswert! Für Diabetiker ist es häufig eine enorme Bürde auf süßen Geschmack verzichten zu sollen.

Der oft propagierte Ratschlag: „gewöhnen sie sich den Süßgeschmack doch einfach ab“, ist für viele wie ein Schlag ins Gesicht. Experten erklären das Bedürfnis nach süßen Lebensmitteln damit, dass der süße Geschmack ein wichtiger, emotionaler und identitätsstiftender Bestandteil unserer Esskultur ist. Die Präferenz für süßen Geschmack sitzt in unseren Genen und wird bereits im Mutterleib genährt. Fruchtwasser, Muttermilch, später die Beikost – alles hat einen süßen Geschmack und prägt unsere emotionale Essbiographie.

Die Emotionen, die wir gemeinsam mit diesem Geschmack abgespeichert haben, sind Geborgenheit, Liebe und Aufmerksamkeit und Sicherheit – also durchweg positiv. Nichts destotrotz muss der Blutzucker unter Kontrolle gehalten und darf nicht mit hohen Zucker- bzw. Kohlenhydratmengen belastet werden. Hinzukommt, dass viele Diabetiker gleichzeitig auf die Kalorien achten müssen, um eine Gewichtszunahme zu verhindern oder eine Gewichtsabnahme zu erreichen.

Hier steckt Süße drin

Neben dem Klassiker, dem Haushaltszucker, sind noch zahlreiche andere süßende Lebensmittel und Süßungsmittel  für Verbraucher verfügbar und auch wer es mehr oder weniger süß mag, oder die kalorien- oder kohlenhydratreduzierten Alternativen bevorzugt, wird fündig. Beachten sollte der Diabetiker dabei in jedem Fall die unterschiedlichen Eigenschaften der Süßungsmittel. Die stark kohlenhydrathaltigen Süßungsmittel, wie Zucker, Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft usw., haben eine erhöhende Wirkung auf den Blutzuckerspiegel und liefern Kalorien. Fruchtzucker (Fruktose) hat den gleichen energetischen Wert wie Zucker (4 Kalorien pro Gramm), benötigt jedoch kein Insulin zur Verstoffwechselung.

Süßstoffe, wie Aspartam, Saccharin, Steviolglycoside und Sucralose liefern den süßen Geschmack, ohne den Blutzuckerspiegel zu beeinflussen. Sie können daher ohne Anrechnung auf Kohlenhydrat- bzw. Broteinheiten in die tägliche Ernährung eingebaut werden. Weiterer Vorteil: Süßstoffe sind kalorienfrei und unterstützen auch die Gewichtskontrolle.

Nicht verwechseln sollte man die Süßstoffe mit den so genannten Zuckeraustauschstoffen. So werden die Zuckeralkohole (mehrwertige Alkohole, Polyole) genannt, zu denen unter anderem Sorbit, Isomalt, Xylit und Erythrit zählen. Im Vergleich zu Zucker beeinflussen sie den Insulin- und Blutzuckerspiegel im menschlichen Organismus zwar nur wenig, sind aber Energielieferanten. Sie bringen  2,4 Kalorien pro Gramm auf die Waage (mit Ausnahme von Erythrit, das praktisch kalorienfrei ist). Damit sind sie zwar nur etwa halb so kalorienhaltig wie Zucker, aber einige sind auch nur etwa halb so süß. Während Zuckeraustauschstoffe bei übermäßigem Verzehr abführend wirken können, haben Süßstoffe keinen Einfluss auf die Verdauung.

Süß ist süß genug – Kein Heißhunger durch Süßstoffe

Das die Verwendung von Süßstoffen hilfreich sein kann für die Gewichtsreduktion zeigen zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten. Darüber hinaus konnte mehrfach bestätigt werden, dass Süßstoffe den Appetit und Heißhunger auf Süßes nicht erhöhen. Studien bei Kindern und Erwachsenen zeigten sogar, dass die Verwendung von Süßstoffen eher die Aufnahme von zuckerhaltigen Produkten reduziert als erhöht und die Gewichtsreduktion eher erleichtert als beeinträchtigt. So zeigen auch aktuelle Studienergebnisse, dass Süßstoffe, die Energieaufnahme nicht erhöhen und auch die Lust auf Süße nicht fördern. Bei solchen wissenschaftlichen Untersuchungen zum Verzehr, stehen häufig süßstoffgesüßte Getränke im Blickpunkt.

Dabei wird immer wieder ein Vorteil bestätigt:  werden süßstoffgesüßte Getränke vor oder zu einer Mahlzeit getrunken, werden die Kalorien, die man sich im Getränk spart, nicht durch eine größere Verzehrmenge  ausgeglichen. Werden aber kalorienhaltige Getränke zu einer Mahlzeit getrunken, fallen diese Kalorien zusätzlich zu denen aus den Lebensmitteln an. Oder  anders ausgedrückt: die Mahlzeit fällt gleich groß aus, egal ob zusätzlich Kalorien aus Getränken aufgenommen werden, oder nicht! 

Mit Sicherheit süßer Genuss

Für Süßstoffe gelten strenge Regeln, denn Süßstoffe gehören zu den Zusatzstoffen, die erst nach ausdrücklicher Zulassung durch den Gesetzgeber in bestimmten Lebensmitteln bis zu jeweils definierten Höchstmengen verwendet werden dürfen. Bei der Zulassung wird der ADI-Wert (Acceptable Daily Intake.) festgelegt. Der ADI „ist die geschätzte Menge eines Lebensmittel-Zusatzstoffes, berechnet auf das Körpergewicht, die täglich lebenslang ohne Gesundheitsrisiko aufgenommen werden kann. Zusätzlich legt der Gesetzgeber genau fest, welche Süßstoffmengen in bestimmten Produktkategorien verwendet werden dürfen.

Auch nach der Zulassung werden laut EU-Vorschrift Süßstoffe laufend beobachtet und überprüft, vor allem wenn neue Konsumgewohnheiten oder neue wissenschaftliche Erkenntnisse dies nahe legen.

Weitere Informationen zu Diabetes und Süßstoffen sowie Rezepte stehen auf der Website www.suessstoff-verband.de  zur Verfügung.

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Der Kampf gegen Krebs- Prävention und Therapie

Krebs ist die Krankheit, vor der sich die deutsche Bevölkerung mit am meisten fürchtet.

Rund eine halbe Million Menschen erkranken hierzulande jährlich neu an einem Tumor, Tendenz steigend. Hoffnung besteht aufgrund von Fortschritten in der Forschung und Medizin, die die Heilungschancen von Krebspatienten weiter erhöhen. Experten gehen zudem davon aus, dass durch einen gesunden Lebensstil etwa die Hälfte aller Krebsfälle vermieden werden kann.

Als den „König aller Krankheiten“ betitele der indische Krebsforscher Siddhartha Mukherjee Krebs in seinem berühmt gewordenen gleichnamigem Buch. In der Tat nimmt Krebs eine Schlüsselstellung unter den Krankheiten ein: Jährlich werden in Deutschland rund 500.000 neue Krebsfälle diagnostiziert. Krebs ist hierzulande die zweithäufigste Todesursache und zudem die Krankheit, die bei den Deutschen neben Demenz die größten Ängste auslöst.

Die Ursachen, warum ein Mensch an Krebs erkrankt, sind komplex. Für viele Tumore sind zufällige genetische Fehler bei der Zellteilung verantwortlich, die mit steigendem Alter zunehmen. Aufgrund des demographischen Wandels wächst in Deutschland der Anteil älterer Menschen stetig. Das Robert Koch-Institut rechnet daher im Zeitraum zwischen 2010 und 2030 mit einem Anstieg der Krebsneuerkrankungen um 20 Prozent.

Dennoch kann jeder sein persönliches Krebsrisiko durch einige einfache Maßnahmen bis zu einem gewissen Grad positiv beeinflussen. Dies gilt insbesondere für häufige Krebsarten wie Brust-, Darm-, Lungen- und Hautkrebs. Ausreichend Bewegung und ein normales Körpergewicht reduzieren das Krebsrisiko nachweislich. Gleiches gilt für Nichtrauchen sowie einen vernünftigen Umgang mit Alkohol und UV-Strahlung.

Unterstützt wird die Deutsche Krebshilfe aktuell bei ihrer Aufklärung zur Hautkrebsprävention durch die TV-Moderatorin und Journalistin Susanne Klehn. Diese erkrankte mit 28 Jahren an einem malignen Melanom, dem sogenannten schwarzen Hautkrebs. Seit April setzt sie sich an der Seite der Deutschen Krebshilfe für ein umsichtiges Verhalten in der Sonne ein.

Wir wissen, dass der Bedarf nach Information und Aufklärung zum Thema Krebs in der Bevölkerung nach wie vor immens hoch ist. Daher sind Kampagnen sinnvoll, die über den Nutzen eines gesunden Lebensstils und die Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung aufklären.

Steigende Krebsneuerkrankungszahlen in einer alternden Gesellschaft dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den letzten Jahrzehnten auch erhebliche Erfolge in der Diagnose und Therapie erreicht wurden. Fortschritte in der Krebsforschung und -medizin sind die Grundlage dafür, dass Krebspatienten immer besser versorgt werden können. Die Heilungsraten steigen und Krebs verläuft heute in sehr vielen Fällen als chronische Erkrankung mit guter Lebensqualität für die Betroffenen.

Heute können vier von fünf krebskranken Kindern und die Hälfte aller erwachsenen Krebspatienten geheilt werden und wieder ein unbeschwertes Leben führen. Dennoch bleiben die Herausforderungen immens. So gilt es beispielsweise die Qualität in der Versorgung und die Strukturen weiter zu verbessern und jedem Patienten eine optimale und personalisierte Therapie zu ermöglichen.

Wir wollen, dass alle krebskranken Menschen gute Heilungschancen haben. Auf dieses Ziel ist unsere Arbeit stetig ausgerichtet. Ohne die Zuwendungen der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, die seit über 40 Jahren die Deutsche Krebshilfe unterstützen, wären viele der bisherigen Erfolge in der Krebsmedizin und Forschung nicht möglich gewesen. Nur unsere Spender haben uns in die Lage versetzt, über 3.000 Projekte zur Verbesserung der Versorgung krebskranker Menschen zu fördern.

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