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Was hilft, wenn Mama an Krebs erkrankt?

Foto: ABO PHOTOGRAPHY via Shutterstock.com

Tanja Krüger ist heute 20 Jahre alt und studiert Lehramt. Sie war 17, als ihre Mutter an Brustkrebs erkrankte – mitten in den besten Teenagerjahren und dabei, das Leben für sich zu entdecken. Wie fremd das Leben sich von einem auf den anderen Tag anfühlte und was ihr im Umgang mit der lebensbedrohenden Erkrankung ihrer Mutter und deren Tod half, verrät sie im Interview. 

Wie hat sich der Krebs in das Leben deiner Familie geschlichen?

Bei meiner Mama war das so, dass sie Ende 2018 starke Schmerzen in den Knochen und ganz besonders im Knie hatte. Von den Ärzten wurde das dann vorerst als Knochenödem diagnostiziert und auch so behandelt. Während einer Routineuntersuchung Anfang 2019 wurde dann der Brustkrebs diagnostiziert, wobei auch noch weiterführende Untersuchungen gemacht wurden. Dabei hat sich dann auch herausgestellt, dass es kein Knochenödem war, sondern sich bereits Metastasen in den Gelenken gebildet hatten.

Was hat sich von einem auf den anderen Tag geändert?

Kurz nach der Diagnose wurde meine Mama krankgeschrieben und war dann bis auf die Zeit der Bestrahlung und Chemotherapie zu Hause. Das war etwas Neues für mich, es war aber auch echt schön, gerade nachmittags, wenn ich von der Schule nach Hause gekommen bin, nicht allein zu sein. Meine Eltern haben sich von Anfang an mir gegenüber sehr offen verhalten und gerade mit meiner Mama habe ich viel über den Krebs gesprochen, auch wenn ich weiß, dass es ihr selbst oft nicht leichtgefallen ist. Außerdem war sie diejenige, die mir gezeigt hat, dass es okay ist, nicht immer stark zu sein und sich auch mal auf Freunde und Familie verlassen zu können. Das hat mir auch teilweise die Angst genommen und mir Sicherheit gegeben, weil wir zwar gehofft haben, dass alles gut wird, aber auch darüber gesprochen haben, was passieren könnte.

Was hast du in dieser schweren Zeit am meisten gehasst?

Am schlimmsten waren für mich in dieser Zeit die Ungewissheit und die Unsicherheit. Einige Ärzte haben unterschiedliche Aussagen getroffen, beispielsweise darüber, wie lange meine Mama noch leben wird. Auch die Art und Dauer der Therapie war am Anfang unklar und es hat mich wahnsinnig belastet, nicht zu wissen, wie es jetzt weitergeht. Außerdem fand ich es sehr schlimm, dass ich mich gerade in der Anfangszeit wahnsinnig hilflos gefühlt habe und das Gefühl hatte, dass ich meine Mama, aber auch meinen Papa nicht unterstützen kann.

Wie hast du es geschafft, dich mit der neuen Situation auseinanderzusetzen?

Zeitgleich mit der Diagnose meiner Mama habe ich die Ausbildung zur Jugendgruppenleiterin angefangen. Das hatte für mich den Vorteil, dass ich mir selbst Struktur schaffen konnte und mich mit anderen Themen beschäftigen konnte. Besonders zwei meiner Ausbilderinnen haben für mich eine sehr wichtige Rolle gespielt, da sie meine Bezugspersonen waren. Ich konnte bei ihnen weinen und wir haben zusammen gefeiert, dafür werde ich ihnen für immer dankbar sein. Bei der Suche nach Hilfsangeboten bin ich in dieser Zeit außerdem auf die Pink Kids gestoßen, die mich in dieser Zeit begleitet haben.

Heute bist du selbst ein Teil von Pink Kids, was wollt ihr bewirken?

Ich freue mich riesig, nun Teil davon zu sein und anderen Jugendlichen mit meiner Erfahrung zu helfen und dabei zu unterstützen, einen so wichtigen Austausch zu schaffen. Genau aus diesem Grund freue ich mich auch so unglaublich, dass wir dieses Jahr das erste Mal unser Pink Kids Camp anbieten können und somit Jugendlichen eine tolle neue Erfahrung und eine Auszeit vom Alltag bieten können.

Pink Kids

Das Projekt wurde 2015 von Pink Ribbon Deutschland ins Leben gerufen. Die Pink Kids sind eine Gruppe junger Menschen, deren Mütter an Brustkrebs erkrankt sind. Sie helfen anderen Jugendlichen in der gleichen Lebenssituation mit ihren Erfahrungen. 

pink-kids.de

Pink Kids Camp

Bewerbungen an [email protected]

Zeitraum: 31.07.–06.08.

Ort: Schloss Kröchlendorff, Uckermark

Bewerben können sich Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren, bei denen ein Elternteil aktuell an Krebs erkrankt ist oder die Erkrankung max. 12 Monate zurückliegt.

Weitere Informationen finden Sie unter www.pink-kids.de/pinkcamp.

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Der Kampf gegen Krebs- Prävention und Therapie

Krebs ist die Krankheit, vor der sich die deutsche Bevölkerung mit am meisten fürchtet.

Rund eine halbe Million Menschen erkranken hierzulande jährlich neu an einem Tumor, Tendenz steigend. Hoffnung besteht aufgrund von Fortschritten in der Forschung und Medizin, die die Heilungschancen von Krebspatienten weiter erhöhen. Experten gehen zudem davon aus, dass durch einen gesunden Lebensstil etwa die Hälfte aller Krebsfälle vermieden werden kann.

Als den „König aller Krankheiten“ betitele der indische Krebsforscher Siddhartha Mukherjee Krebs in seinem berühmt gewordenen gleichnamigem Buch. In der Tat nimmt Krebs eine Schlüsselstellung unter den Krankheiten ein: Jährlich werden in Deutschland rund 500.000 neue Krebsfälle diagnostiziert. Krebs ist hierzulande die zweithäufigste Todesursache und zudem die Krankheit, die bei den Deutschen neben Demenz die größten Ängste auslöst.

Die Ursachen, warum ein Mensch an Krebs erkrankt, sind komplex. Für viele Tumore sind zufällige genetische Fehler bei der Zellteilung verantwortlich, die mit steigendem Alter zunehmen. Aufgrund des demographischen Wandels wächst in Deutschland der Anteil älterer Menschen stetig. Das Robert Koch-Institut rechnet daher im Zeitraum zwischen 2010 und 2030 mit einem Anstieg der Krebsneuerkrankungen um 20 Prozent.

Dennoch kann jeder sein persönliches Krebsrisiko durch einige einfache Maßnahmen bis zu einem gewissen Grad positiv beeinflussen. Dies gilt insbesondere für häufige Krebsarten wie Brust-, Darm-, Lungen- und Hautkrebs. Ausreichend Bewegung und ein normales Körpergewicht reduzieren das Krebsrisiko nachweislich. Gleiches gilt für Nichtrauchen sowie einen vernünftigen Umgang mit Alkohol und UV-Strahlung.

Unterstützt wird die Deutsche Krebshilfe aktuell bei ihrer Aufklärung zur Hautkrebsprävention durch die TV-Moderatorin und Journalistin Susanne Klehn. Diese erkrankte mit 28 Jahren an einem malignen Melanom, dem sogenannten schwarzen Hautkrebs. Seit April setzt sie sich an der Seite der Deutschen Krebshilfe für ein umsichtiges Verhalten in der Sonne ein.

Wir wissen, dass der Bedarf nach Information und Aufklärung zum Thema Krebs in der Bevölkerung nach wie vor immens hoch ist. Daher sind Kampagnen sinnvoll, die über den Nutzen eines gesunden Lebensstils und die Möglichkeiten der Krebsfrüherkennung aufklären.

Steigende Krebsneuerkrankungszahlen in einer alternden Gesellschaft dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den letzten Jahrzehnten auch erhebliche Erfolge in der Diagnose und Therapie erreicht wurden. Fortschritte in der Krebsforschung und -medizin sind die Grundlage dafür, dass Krebspatienten immer besser versorgt werden können. Die Heilungsraten steigen und Krebs verläuft heute in sehr vielen Fällen als chronische Erkrankung mit guter Lebensqualität für die Betroffenen.

Heute können vier von fünf krebskranken Kindern und die Hälfte aller erwachsenen Krebspatienten geheilt werden und wieder ein unbeschwertes Leben führen. Dennoch bleiben die Herausforderungen immens. So gilt es beispielsweise die Qualität in der Versorgung und die Strukturen weiter zu verbessern und jedem Patienten eine optimale und personalisierte Therapie zu ermöglichen.

Wir wollen, dass alle krebskranken Menschen gute Heilungschancen haben. Auf dieses Ziel ist unsere Arbeit stetig ausgerichtet. Ohne die Zuwendungen der Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, die seit über 40 Jahren die Deutsche Krebshilfe unterstützen, wären viele der bisherigen Erfolge in der Krebsmedizin und Forschung nicht möglich gewesen. Nur unsere Spender haben uns in die Lage versetzt, über 3.000 Projekte zur Verbesserung der Versorgung krebskranker Menschen zu fördern.

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